Eigenkapitalquote berechnen: Formel, Richtwert und Bedeutung
Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital (Bilanzsumme) × 100. Mit Rechenbeispiel, Richtwert von 25–40 % und Tipps zur Verbesserung.
Eigenkapitalquote berechnen: Formel, Richtwert und Bedeutung
Die Eigenkapitalquote berechnen Sie, indem Sie das Eigenkapital durch die Bilanzsumme teilen. Sie zeigt, welcher Anteil des Vermögens mit eigenen Mitteln finanziert ist und wie gut ein Unternehmen langfristig seine Verpflichtungen erfüllen kann. Für Controller ist sie die zentrale Kennzahl für finanzielle Stabilität.
Banken, Investoren und Kreditversicherer prüfen diese Quote, bevor sie Finanzierungen gewähren. Eine niedrige Quote bedeutet eine hohe Abhängigkeit von Fremdkapital — und damit mehr Risiko bei schwächeren Ergebnissen.
Was bedeutet die Eigenkapitalquote?
Sie beschreibt das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme. Während Liquidität die kurze Frist betrifft, geht es hier um die lange Frist: Übersteht das Unternehmen mehrere schwächere Jahre?
- Hohe Quote: viel Eigenkapital, wenig Schulden, Spielraum für Rückschläge.
- Niedrige Quote: viel Fremdkapital, höhere Zinslast, weniger Verhandlungsspielraum bei der Bank.
Die Formel
Eigenkapitalquote (%) = (Eigenkapital / Gesamtkapital) × 100
Das Gesamtkapital entspricht der Bilanzsumme: der Summe aller Passiva und damit auch aller Aktiva.
- Eigenkapital aus der Bilanz entnehmen (eingezahltes Kapital, Reserven, Gewinnrücklagen).
- Bilanzsumme ermitteln: die Summe aller Aktiva.
- Eigenkapital durch Bilanzsumme teilen und mit 100 multiplizieren.
Rechenbeispiel
Ein Unternehmen weist eine Bilanzsumme von 4.000.000 € und ein Eigenkapital von 1.200.000 € aus.
Eigenkapitalquote = (1.200.000 / 4.000.000) × 100 = 30 %.
Was ist ein guter Richtwert?
Als Faustregel gelten 25 % bis 40 % als gesund, doch der Richtwert unterscheidet sich stark je Branche. Kapitalintensive Unternehmen liegen häufig niedriger, Dienstleister und Softwareunternehmen höher. Vergleichen Sie immer innerhalb der eigenen Branche und betrachten Sie die Entwicklung über mehrere Jahre.
Eigenkapitalquote verbessern
- Gewinne einbehalten: weniger Ausschüttung stärkt das Eigenkapital.
- Schulden tilgen: senkt Fremdkapital und Bilanzsumme.
- Bilanz verschlanken: unproduktive Aktiva abbauen.
- Kapital aufnehmen: Einlage oder neuer Gesellschafter erhöht das Eigenkapital sofort.
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel?
Eigenkapitalquote = (Eigenkapital / Bilanzsumme) × 100.
Unterschied zur Liquidität?
Die Eigenkapitalquote betrifft die langfristige Kapitalstruktur, Liquidität die kurzfristige Zahlungsfähigkeit.
Ist eine höhere Quote immer besser?
Nicht zwangsläufig: sehr viel Eigenkapital kann bedeuten, dass Kapital zu wenig Rendite erwirtschaftet.
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